MauerkniefallZwei Drittel der Bundesbürger sind gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Zugleich lehnen zwei Drittel den EU-Flüchtlings-Deal mit der Türkei ab. Man fragt sich, wie sich die Deutschen den Umgang mit der aktuellen Weltgemengelage eigentlich vorstellen. Es wird jedenfalls nicht ausreichen, jährlich bereits im Oktober daheim die Weihnachtsbeleuchtung einzuschalten.

„Wir schaffen das.“ – vor einem Jahr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel jenen Satz geprägt, mit dem sie es einmal bis in die Geschichtsbücher bringen könnte. Voraussetzung: Die Frau, deren Biographie in ihrem Amt 2015 ein besonderer Glücksfall gewesen ist, hält halbwegs Kurs – und stolpert nicht über ihr „gallig-gallisches“ (Wähler)Volk.

Dieses wünscht sich zur Zeit in weiten Teilen offenbar die Mauer zurück – allerdings nicht nur als lokale Lösung, sondern als landesweites Gesamtkunstwerk: Gefährder raus (semipermeable Membran), keiner mehr rein, und für etwaige Restbestände sind die Schleppnetzfischer von Frontex zuständig (der ersten Organisation, die ihren tatsächlichen Einsatzzweck ganz unverblümt im Namen trägt). Setzt sich diese Meinung durch und bleiben dann die Schotten dicht, kann unsere Republik in aller An_der_Mauer_gestrandetRuhe vor sich hin altern. Nicht zuletzt allerdings zum Leidwesen der Wirtschaft:  Denn die überwiegend jungen Männer, die zur Zeit ihren Weg nach Deutschland suchen, sind vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sowohl als angehende Arbeitskräfte wie auch als (potenzielle) Konsumenten (nebst Anhang) interessant. Hinzu kommt ihre originäre Motivation, ein freies, selbstbestimmtes und zukunftsfähiges Leben zu erreichen – für das sie ihr bisheriges aufs Spiel setzen – auch darin sind sie nicht die ersten.

Geschichte wiederholt sich: Faktisch gesehen haben sowohl die deutschen Ostflüchtlinge im Umfeld des Zweiten Weltkrieges wie auch die Gastarbeiter in den 1960er Jahren allenfalls Lücken geschlossen, die Wiedervereinigung 1989 löste nicht einmal nennenswerte Wanderungsbewegungen aus – von einer Willkommenskultur kann in keinem dieser Fälle die Rede sein.

MultikultialterHeute besichtigen wir Zuzüge, deren Ausmaß keinen der vorherigen übersteigen dürfte – und wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde die AfD laut Dimap infratest & Co. bei plus minus zwölf Prozent landen.

Bekanntlich bekommt jedes Volk die Regierung, die es verdient. Die Deutschen haben sich ihre derzeitige Regierung (=Politik) wirklich redlich verdient; wollen sie das Gewonnene tatsächlich ohne Not über Bord werfen?

 

 

 

Spielen Sie doch mal mit Deutschlands Zukunft: https://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/#!y=2016