Wie man Reisen und Umweltschutz unter einen Hut bringt

Tourismus – seit seiner Entstehung im 18. Jahrhundert steht der moderne Tourismus immer wieder unter der Kritik die Umwelt stark zu belasten und die Bedürfnisse von Einheimischen zu verletzen. Dennoch bildet er in vielen Ländern, besonders in Entwicklungsländern, eine der bedeutendsten Einnahmequellen. Der Tourismus kann somit einerseits für Mensch und Umwelt schädlich sein, doch andererseits auch beachtlich zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Landes beitragen.

Dies zeigt die polarisierende Wirkung des Tourismus. Nur eines ist beim Tourismus wirklich sicher: der Verzicht auf Urlaubsreisen kommt für die meisten Menschen nicht in Frage. Deswegen stellt sich jedem verantwortungsvollem Konsumenten die Herausforderung Reisen und Umweltschutz miteinander zu vereinbaren.

Fahrräder im Urlaub als Fortbewegungsmittel wählen: schonen die Umwelt und halten fit, Pixaby

Fahrräder im Urlaub als Fortbewegungsmittel wählen: schonen die Umwelt und halten fit, Pixaby – CC0

Negative Auswirkungen des Tourismus und Lösungsansätze

Zahlreiche Studien zeigen die hohen CO2-Emissionen von Flugreisen auf. Bereits ein Hin- und Rückflug von Frankfurt am Main nach Gran Canaria hat einen CO2-Ausstoß von 1700 kg pro Fluggast. Dies entspricht dem gesammelten CO2-Ausstoß eines modernen Mittelklasse-PKWs, der eine Strecke von 11.333,33 km zurückgelegt hat. Eine Lösung für diese hohen Umweltbelastungen bietet die Klimaschutzagentur Atmosfair an. Reisende können dort ihren CO2-Fußabdruck „neutralisieren“ lassen, indem sie für die CO2-Emissionen ihres Fluges einen Eurobetrag zu Projekten beisteuern, die CO2-Emissionen einsparen.

Atmosfair wurde bereits mehrfach für dessen Seriosität lobend erwähnt. Doch auch andere Wege eröffnen sich für den nachsichtigen Reisenden, denn bereits mittels kleinerer Veränderungen an dem eigenen Reiseverhalten kann schon viel bewirkt werden.

Neuer Trend: „Green Travel“

Ganz in diesem Sinne zeigt sich der neue Trend Green Travel. Hierunter verstehen sich verantwortungsvolle Reiseaktivitäten, die weder die Umwelt noch den Menschen schädigen. Einige Tourismusdienstleister bieten bereits solch nachhaltige Angebote an und Gütesiegel können dabei behilflich sein diese zu identifizieren. Jedoch existieren nunmehr 140 Label und andere Zertifizierungen, die umweltverträgliche und nachhaltige Tourismusaktivitäten und Anbieter auszeichnen. In diesem „Label-Dschungel“ schaffen es somit nur noch die wenigsten Touristen einen klaren Überblick zu behalten. Damit sich dies ändert haben Eurotrans, Tourism Watch und weitere Institutionen gemeinsam einen Wegweiser entwickelt. Dieser schafft etwas mehr Klarheit über die Unterschiede zwischen den einzelnen Gütesiegeln und welche Zertifizierungsprozesse den Labeln zu Grunde liegen. Darüber hinaus zeigt er auch einige Gründe auf, warum beim Buchen auf anerkannte Nachhaltigkeitssiegel Acht genommen werden sollte.

Paddelboote anstatt Motorboote: bewahrt die Artenvielfalt der Meereswelt, PixabyCC0

Ein Beispiel für ein bereits etabliertes, nachhaltiges Reisekonzept sind die Fair-Trade-Reisen, die vom Fair-Trade Tourism FTT unterstützt und von FLO-Cert mit dem Gütesiegel „Fair Trade Tourism“ ausgezeichnet werden. Die Zertifizierung einer Reise oder eines Leistungsträgers erfolgt nach den strengen Fair Handels-Kriterien, die vier Aspekte abdecken:

  1. Effektives Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens
  2. Schaffung eines fairen und transparenten Arbeitsumfelds für die Mitarbeiter
  3. Nachhaltige, faire und transparente Zuliefererbeziehungen
  4. Transparente Kommunikation und durchgängige Serviceverbesserungen

Demzufolge steht nicht der Verzicht auf Reisen im Vordergrund, sondern die Rücksichtnahme auf Mensch und Umwelt, denn ohne nachweisbare faire Arbeitsbedingungen sowie einer Umwelt- und Kulturverträglichkeit des Angebots wird das Gütesiegel nicht herausgegeben. Darüber hinaus werden die ortsansässigen Gemeinschaften unterstützt und dem Tourist ein authentisches Reisen geboten. Somit besteht heutzutage die Möglichkeit nachhaltige und klimaschonende Reisen zu buchen und bei seinen touristischen Aktivitäten auch den Einheimischen mit Respekt und Fairness gegenüberzutreten.

Die umweltverträglicheren sowie sozialverantwortlicheren Angebote sind da – Sie müssen nur genutzt werden!

 

Noch mehr Informationen gewünscht? – Dann los! Hier geht’s zu einigen Reise-Tipps und der WWF-Broschüre „Der touristische Klima-Fußabdruck“.