kopf_ab„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“ – wussten schon die Hamburger Soft-Rocker von Kettcar. Der niederländische Fleischkonzern Vion sucht sein Heil nun in der transparenten Darstellung des Produktionsprozesses. Prognose: Der Schuss geht nach hinten los.

Mehr als 3,5 Millionen Bullen, Kühe, weibliche Rinder und Kälber kommen hierzulande jährlich unters Schlachtermesser. Sie werden angeliefert, beruhigt, betäubt (Rinder per Bolzenschuss, Schweine durch C02-Begasung), abgestochen und mit Kreis- und Kettensägen zerlegt.

Es ist, wie es ist. Aber muss man das auch zeigen? Um die Vion-Videos unbeschadet zu überstehen, braucht man schon ein Gemüt wie ein Fleischerhund. Es ist gerade die antiseptisch-industrielle Hochglanz-Kulisse, die dem Betrachter den Transformationsprozess glasklar vor Augen führt: vom Tier zum Stück. Verstärkt wird das alles noch durch die Tonspur-Kommentare angestellter Veterinäre, deren auswendig gelernte Corporate Wordings vor allem eines verursachen: Gänsehaut.

Die Bundesbürger essen gerne Fleisch. 2015 markierte ein Allzeit-Hoch, und es spricht wenig dagegen, dass sich daran 2016 etwas ändern wird. Immerhin: Initiativen wie die jüngste von Vion könnten diesen Trend ausbremsen.

Peta & Co. sollten artig Danke sagen.